Bogenschiessen

Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten bekannten Distanzwaffen und wurden schon in der Steinzeit als Jagd- und Kampfwaffen bei allen Kulturvölkern benutzt. Höhlenzeichnungen aus Spanien wurden auf mindestens 15’000 Jahre geschätzt, erste Funde von Pfeilschäften in Deutschland sind auf 9’000 Jahre v.Chr. datiert.

Bei den ersten Olympischen Spielen 776 v.Chr. mussten angebundene Schweine als Zielscheibe herhalten. Besonders in England wurden Pfeil und Bogen noch im 16. Jahrhundert im Kampf benutzt. Die Benutzer dieser Waffen stellten fest, dass nur durch häufiges Trainieren auch die Zielsicherheit grösser wurde. Daher wurden schon immer gerne Vergleichswettkämpfe veranstaltet.

Bogenarten

Unsere Bogenklassen im Verein

Beim Bogenschiessen gibt es für jeden Geschmack den passenden Bogen. Egal ob du die pure Tradition suchst oder dich für moderne High-Tech-Konstruktionen begeisterst – bei uns im Verein kannst du deine Leidenschaft ausleben.

Langbogen

Er ist das Urgestein unter den Bögen. Ein langes, elegantes Holzstück ohne jegliche technische Extras.
  • Die Form: Im ungespannten Zustand ist er fast schnurgerade. Gespannt bildet er eine gleichmässige, elegante Kurve (C-Form).
  • Das Material: Traditionell wird er aus einem einzigen Stück Holz wie Eibe oder Esche gefertigt. Moderne Varianten nutzen stabiles Fiberglas-Laminat.
  • Das Schiessgefühl: Der Abschuss ist direkt, kraftvoll und absolut authentisch.
  • Das Prinzip: Reine Muskelkraft ohne mechanische Unterstützung. Die Energie wird direkt im langen Bogenstab gespeichert.
  • Das Visier: Fehlanzeige. Geschossen wird rein intuitiv („instinktiv“) über das Auge und das Körpergefühl.
  • Für wen: Perfekt für alle, die das traditionelle, ursprüngliche Schiessgefühl suchen und Eins werden wollen mit Pfeil und Bogen.

Reiterbogen (z.B. Mongolisch / Magyarisch)

  • Die Form: Sehr kurz und kompakt mit stark nach vorne geschwungenen, starren Bogenenden (Siyahs).
  • Das Material: Historisch aus Horn, Holz und Tiersehnen. Moderne Vereinsbögen nutzen elastisches Fiberglas, Holz und Leder.
  • Das Schiessgefühl: Extrem spritzig, schnell und lebendig. Der Bogen schiesst sich dynamisch und federleicht in der Hand.
  • Das Prinzip: Die extreme Biegung speichert auf engstem Raum enorm viel Energie für einen sehr rasanten Pfeilflug.
  • Das Visier: Absolut nackt. Die Pfeile werden oft über den Handrücken (ohne Pfeilauflage) und mit Daumentechnik geschossen.
  • Für wen: Dynamische Schützen, die sich für Geschichte interessieren oder das Schiessen aus der Bewegung fasziniert.

Der Bowhunter (Jagdrecurve / 3D-Bogen)

  • Die Form: Ein kompakter, kürzerer Recurvebogen mit nach vorne gebogenen Wurfarmen und einem ergonomischen Griff.
  • Das Material: Das Mittelteil besteht meist aus edlen, schweren Hölzern (oft mit Carbonlagen), die Wurfarme aus Holz-Fiberglas-Laminat.
  • Das Schiessgefühl: Sehr lebendig, extrem schnell und fehlerverzeihend. Der Bogen liegt satt in der Hand und schiesst sich sehr dynamisch.
  • Das Prinzip: Durch die kurze Bauform ist er extrem wendig. Die Recurve-Wurfarme sorgen für eine hohe Pfeilgeschwindigkeit bei kurzem Auszug.
  • Das Visier: Keine Zielhilfen erlaubt. Es wird über die Pfeilspitze oder komplett intuitiv geschossen.
  • Für wen: Naturbegeisterte Schützen, die sich am liebsten auf 3D-Parcours im Wald bewegen und ein schnelles, handliches Sportgerät schätzen.

Der Blankbogen

  • Die Form: Entspricht der klassischen Recurve-Form mit nach vorne gebogenen Enden, besitzt aber ein stabiles, schweres Mittelteil.
  • Das Material: Das Mittelteil besteht meist aus Aluminium oder Carbon, die Wurfarme aus Holz-Glas-Laminat.
  • Das Schiessgefühl: Sehr stabil, ruhig und kontrolliert. Durch Zusatzgewichte am Bogen liegt er beim Abschuss fest in der Hand.
  • Das Prinzip: Die Recurve-Wurfarme optimieren die Kraftübertragung. Keine Ausleger oder Visiere erlaubt, nur reine Bogenphysik.
  • Das Visier: Keine Visiere erlaubt. Gezielt wird über die Pfeilspitze (Systemschiessen wie „String-Walking“ oder „Gap-Shooting“).
  • Für wen: Schützen, die moderne Sportgeräte schätzen, aber trotzdem die Herausforderung des zielhilfenfreien Schiessens suchen.

Der Recurvebogen (Olympisch)

  • Die Form: Markante, nach vorne gebogene Wurfarmenden mit einem grossen Mittelbau und langen Ausleger-Stäben.
  • Das Material: Ein High-Tech-Mix aus Aluminium, Carbon-Verbundstoffen und geschichteten Synthetikfasern.
  • Das Schiessgefühl: Extrem präzise, gedämpft und wiederholbar. Der Bogen kippt nach dem Schuss elegant nach vorne weg.
  • Das Prinzip: Die Bogenenden lenken die Kraft optimal um. Lange Stabilisatoren schlucken jede Vibration und beruhigen den Abschuss.
  • Das Visier: Ausgestattet mit einem fein verstellbaren Visiergestänge, Korn und einer mechanischen Klick-Auszughilfe.
  • Für wen: Sportlich ambitionierte Schützen, die Perfektion im Bewegungsablauf und den olympischen Turniersport lieben

Der Compoundbogen

  • Die Form: Kompakt, fast eckig wirkend, mit drehbaren Rollen und Kabeln an den äusseren Enden.
  • Das Material: Ultraleichte, extrem steife Materialien aus der Luftfahrt (Aluminium-Fräsungen, Carbon und Fiberglas).
  • Das Schiessgefühl: Absolut ruhig und vibrationsfrei. Der Schuss bricht plötzlich und extrem schnell wie bei einem Gewehr.
  • Das Prinzip: Ein Flaschenzug-System (Cams) verringert das Haltegewicht im Vollauszug um bis zu 80% (Let-Off). Man hält kaum Gewicht beim Zielen.
  • Das Visier: Höchste Präzision durch optische Lupe (Scope), Wasserwaage und Sehnen-Gegenvisier (Peep). Abschuss per mechanischem Auslöser (Release).
  • Für wen: Technik-Begeisterte und Perfektionisten, die absolute Millimeter-Präzision auf extreme Distanzen suchen.

Unser Einstiegsbogen:

Warum wir im Verein mit dem Blankbogen (Barebow) starten

Bei uns im Verein machen alle Einsteiger ihre ersten Pfeilschüsse mit dem Blankbogen (Barebow). Das hat einen einfachen und sehr wichtigen Grund: Wer diesen Bogen versteht, hat das Grundprinzip des Bogenschiessens raus!
  • Das Fundament lernen: Ohne technische Hilfsmittel wie Visiere oder Stabilisatoren lernst du von Anfang an die perfekte Körperhaltung, den richtigen Stand und den sauberen Ablauf.
  • Gefühl statt Technik: Du spürst sofort, wie sich deine Muskelspannung auf den Pfeilflug auswirkt. Der Blankbogen verzeiht keine Haltungsfehler – dadurch lernst du extrem schnell und sauber.
  • Die perfekte Basis: Wenn du die Grundlagen mit dem Barebow beherrschst, steht dir jede Tür offen. Du kannst danach problemlos auf jede andere Bogenklasse wechseln – egal ob du zum traditionellen Langbogen oder zum hochtechnischen Compoundbogen möchtest.